Fenster

Wärmeschutzverglasungen sind die Weiterentwicklung der Isolierverglasungen, wie sie seit 1978 vorgeschrieben waren. Sie besitzen bis zu dreifach bessere energetische Kennwerte. Das liegt am deutlich optimierten Aufbau von Glas und Rahmen. Kennzeichnend für die Dämmeigenschaften der Fenster ist der sogenannte U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient).

Neben den Wärmeschutzfenstern kommen auch so genannte Sonnenschutzfenster zum Einsatz. Sie sorgen einerseits für eine gute Wärmedämmung, halten an stark sonnendurchfluteten Fenstern auf der Südseite von Gebäuden aber auch durch eine spezielle Beschichtung die Sonnenstrahlung ab. Hier ist auf einen entsprechend geringen g-Wert zu achten, der die Durchlässigkeit für Sonnenlicht bemisst.

AufbauDetails

Wärmeschutzfenster reduzieren Wärmeverluste auf unter ein Drittel gegenüber den herkömmlichen Doppelfenstern. Wärmeschutzglas besteht aus einer Dreifachverglasung (gibt es auch als Zweifachverglasung, was durchaus auch noch eingebaut wird). Auf der nach außen gerichteten inneren Seite der Scheibe ist eine sogenannte Wärmefunktionsschicht aus durchsichtigem Edelmetall aufgedampft. Diese ist durchlässig für kurzwellige Lichtstrahlen. Die nicht sichtbare Wärmestrahlung aber wird reflektiert. Die als Licht ankommende Sonnenenergie kann also zum großen Teil in die Wohnräume gelangen und wird dort auch als Wärme aufgenommen. Die Wärmestrahlung der Räume wird jedoch durch die Beschichtung nach innen zurückreflektiert. So bleibt die Heizungswärme im Raum.

Dieser Effekt wird dadurch unterstützt, dass in die Zwischenräume zwischen den Scheiben ein Edelgas eingeschlossen ist, das besonders gut dämmt. Dabei handelt es sich in der Regel um Argon, bei extrem gedämmten Fenstern auch um Xenon oder Krypton.

Moderne Wärmeschutzfenster lassen nahezu genauso viel Licht in die Räume wie veraltetet Fenster. Weder die Beschichtung noch die Edelgasfüllung verdunkeln den Raum. Dafür reduzieren sie aber Wärmeverluste und sorgen so für Einsparung der Energiekosten und ein angenehmeres Raumklima. Dazu trägt auch bei, dass die Scheiben raumseitig im Winter eine höhere Oberflächentemperatur haben als herkömmliche Fenster.

Neben der Verglasung spielt auch der Rahmen eine wichtige Rolle für die Wärmedämmung. Spezielle Profilierungen im Rahmeninneren sorgen nicht nur für eine gute Dämmung, sondern auch für die nötige Stabilität. Fenster und Türen mit Wärmeschutzverglasung sind nämlich schwerer als herkömmliche Produkte. Damit die Rahmen eine gute Dämmung aufweisen, müssen sie zudem eine bestimmte Breite haben -  meist 10 Zentimeter und mehr. Als Material stehen Kunststoff, Holz und Metall zur Auswahl. Auch Kombinationen sind möglich.

Fachleute gehen derzeit bei Wärmschutzfenstern von einer Lebensdauer von etwa 30 Jahren aus. Danach kann es durch Materialermüdung zum Austritt des Gases und damit zu einer eingeschränkten Dämmung kommen.

Mindestanforderungen der EnEVDetails

Bei einem Fensteraustausch von mehr als 10 Prozent der gesamten jeweiligen Gebäudefläche gelten auch bei Sanierungen die Mindestanforderungen der EnEV. Vorgeschrieben ist ein U-Wert für Fenster von maximal 1,3 W/(m2K). Gemeint ist der Uw-Wert, also der U-Wert fürs gesamte Fenster incl. Rahmen. Oft wird von den Fensterbauern nur der Ug-Wert angegeben (U-Wert fürs Glas), der i.d.R. Besser ist als des Rahmens.
Für Dachflächenfenster, Vorhangfassaden, Glasdächer und Fenster mit Sonderverglasungen gelten separate U-Werte – gemäß der EnEV, Anlage 3, Tabelle 1.

Achtung: Das Unternehmen, das die Fenster eingebaut hat, ist verpflichtet, dem Auftraggeber spätestens mit der Schlussrechnung eine Unternehmererklärung auszuhändigen. Darin wird schriftlich bestätigt, dass der Auftrag EnEV-konform ausgeführt wurde. Eigentümer sollten diese Erklärung mindestens fünf Jahre aufbewahren. Sie gilt auch als Nachweis bei Behörden.

SonnenschutzDetails

Vor allem Räume an der Südseite von Gebäuden können sich durch große Glasflächen im Sommer stark aufheizen. Hier kann eine spezielle Sonnenschutzverglasung zum Einsatz kommen. Denn Sonnenschutzglas lässt nur einen Teil der Wärme durch und reduziert so das Aufheizen des Gebäudes. Wie viel Licht durch das Fenster eindringt, gibt der g-Wert an. Bei Sonnenschutzverglasung liegt der empfohlene Wert zwischen 0,16 – 0,40  Prozent. Zum Vergleich: Bei normalen Wärmeschutzgläser liegt der empfohlene g-Wert zwischen 0,50 und 0,65 (= 50-65 Prozent).

Achtung: Mit sinkenden g-Werten reduziert sich auch die Lichtdurchlässigkeit des Glases ein wenig, die Räume werden so etwas dunkler.

Hinweis:
Unabhängig von der Sonnenschutzverglasung sollte ein außenliegender Sonnenschutz angebracht werden.

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