Dach und oberste Geschossdecke

Wärme steigt stets nach oben und kann durch ein nicht gedämmtes Dach einfach entweichen. Erhöhter Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und hohe Kosten sind die Folgen. Außerdem treten an undichten Stellen Lüftungswärmeverluste auf. Erste Hinweise können Tests mithilfe einer Kerzenflamme sein. Sehr präzise ist die Luftdichtheitsmessung (Blower-Door-Test) oder die Innenthermografie, bei der mit Hilfe einer Wärmebildkamera Wärmebrücken und Luftundichtheiten sichtbar gemacht werden.

Neben den Einsparungseffekten hat die Dämmung des Daches einen weiteren Vorteil: In ungedämmten Wohnräumen unter dem Dach herrscht oft ein unbehagliches Wohnklima, da es im Sommer zu warm und im Winter zu kalt ist. Auch hier verschafft die Dämmung Abhilfe.

Die Wärmedämmung der Dachschrägen kann auch sinnvoll sein, wenn in absehbarer Zeit ein Ausbau des Dachgeschosses geplant ist. Ansonsten bietet sich als einfachere und preiswertere Alternative die Dämmung der obersten Geschossdecke an, was in der EnEV als Mindestmaßnahme vorgeschrieben ist.

Bei der Vorbereitung der Dämmung ist unbedingt anhand der Statik zu prüfen, ob der Dachstuhl für den nachträglichen Ausbau verstärkt werden muss. Sollten im Rahmen der Sanierung auch die Dachfenster ausgetauscht werden, müssen auch sie die Anforderungen der EnEV erfüllen. Außerdem sollte überprüft werden, welche Auswirkungen die luftdichte Verlegung der Wärmedämmung auf den Mindestluftwechsel hat.

Achtung:

Soll die Wärmedämmung am Dach einer KfW-Förderung genügen, sind die Opens external link in new windowFörderrichtlinien der KfW zu beachten.

Dämmung von DachschrägenDetails

Wenn die Dachräume als Wohnräume genutzt werden oder in Zukunft genutzt werden sollen, sollte unbedingt eine Wärmedämmung des Daches durchgeführt werden. Der nach EnEV maximal zulässige U-Wert von 0.24 W/m²K darf hier grundsätzlich nicht überschritten werden. Geneigte Dächer können sowohl von innen als auch von außen gedämmt werden.

Luftdichtheit

Bei der Wärmedämmung des Daches auf der Innenseite sollte auf die bauphysikalisch richtige Anordnung und die lückenlose Ausführung der Luftdichtheitsebene geachtet werden. Mängel entstehen hier oft im Bereich von Steckdosen, Schaltern oder Rohren. Ein Energieberater erstellt ein entsprechendes Konzept und begleitet die Umsetzung.

Dämmstärken

Der nach EnEV maximale U-Wert für die Wärmedämmung des Daches beträgt bei der Sanierung 0,24 W/(m2K). Daran orientiert sich die Wahl des Dämmmaterials. Zudem muss die Statik des Daches beachtet werden. Der Energieberater klärt außerdem alle wichtigen Fragen, die bei der Ausführung einer luftdichten Dämmung auftreten können.

Arten der DachdämmungDetails

Aufsparrendämmung

Die Wärmedämmung des Daches mittels einer Aufsparrendämmung lohnt sich, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt werden soll, denn der Dämmstoff wird von außen auf den Sparren befestigt. So können die Dämmplatten alle eventuellen Wärmebrücken in der Dachkonstruktion überdecken. Dachüberstände können - wenn erforderlich - relativ einfach verlängert werden. Als Dämmstoffe werden hier hauptsächlich Polyurethan- oder Holzweichfaserplatten verwendet.

Untersparrendämmung

Die Wärmedämmung des Daches als Untersparren-Dämmung ist vor allem dann angebracht, wenn sie eine Ergänzung zu einer bereits vorhandenen Dämmung sein soll, die bisher nicht den Mindestanforderungen der EnEV entspricht. Der Nachteil liegt in den Raumverlusten, die durch die Dämmung entstehen. Die nachträgliche Untersparren-Dämmung kann mit allen gängigen Dämmstoffen durchgeführt werden.

Zwischensparrendämmung

Die gängigste Methode der Wärmedämmung des Daches ist die Zwischensparrendämmung. Sie eignet sich beim Neubau und bei bereits ausgebauten, aber nicht nach dem EnEV-Mindeststandard gedämmten Dächern gleichermaßen.

Bei dieser Methode wird das Dämmmaterial zwischen die Dachsparren eingebracht. Bei der nachträglichen Dämmung muss eine ausreichend große Hohlschicht zwischen den Sparren vorhanden sein. Die Höhe der Dachsparren gibt normalerweise die  Dämmstoffdicke vor. Manchmal reicht diese Höhe allerdings nicht, um die Mindestanforderungen der EnEV zu erfüllen. Dann können Latten oder Kanthölzer auf den Unterseiten der Sparren befestigt werden, um zusätzlich an Höhe zu gewinnen und eine entsprechend dicke Dämmung einarbeiten zu können.

Ein Schwachpunkt dieses Dämmverfahrens: Im Bereich der Sparren bleiben immer Wärmebrücken. Hier hilft eine Querdämmung, bei der zwischen der Lattung für die spätere Verkleidung (z.B. durch Gipskarton oder Holz) dünne Dämmplatten quer verlegt werden. Diese Dämmplatten sollten aber keinesfalls mehr als 20 Prozent der gesamten Dämmstoffdicke ausmachen. Im Bereich der Mauerkronen werden bei einer Zwischensparrendämmung allerdings Wärmebrücken bleiben.

Die Dämmung wird durch eine luftdicht eingebaute Dampfbremse vor Feuchtigkeit geschützt, die angebracht wird, bevor die Sparrenunterschicht verkleidet (tapeziert, gestrichen etc.) wird. Häufig eingesetzte Materialien bei der Zwischensparrendämmung sind  Weichfaser-Dämmstoffe, z.B. mattenförmige Mineralwolle oder Holzfaser, aber auch Einblasdämmstoffe wie Zellulose.

Die Alternative: Dämmung der obersten GeschossdeckeDetails

Eine Alternative zur Dämmung des Daches ist die Dämmung der obersten Geschossdecke – allerdings nur, wenn das Dachgeschoss nicht als Wohnraum genutzt wird. Auch bei der Dämmung der obersten Geschossdecke sind die Mindestanforderungen der gültigen EnEV zu beachten. Die oberste Geschossdecke muss nach der EnEV gedämmt werden, wenn das Gebäude jährlich mindestens vier Monate auf 19 Grad Celsius beheizt wird. Darüber hinaus die oberste Geschossdecke an den unbeheizten Dachboden grenzt, zugänglich ist und nicht die Mindestanforderungen der entsprechenden Baunorm DIN 4108-2: 2013-02 erfüllt. Dabei darf der Wärmedurchgangskoeffizient von 0,24 Watt/(m²•K) nicht überschritten werden. Für Hauseigentümer besteht in diesem Bereich sogar eine Nachrüstpflicht: Sind die genannten Anforderungen alle erfüllt, muss die oberste Geschossdecke bis zum 31.12.2015 gedämmt sein.    

Prinzipiell können Dämmplatten an den Decken der Wohnräume unter dem Dachboden angebracht werden. Dadurch wird jedoch die Raumhöhe verringert. Auch die Gefahr von Wärmebrücken ist gegeben, das heißt, es bilden sich Flächen an denen die Oberflächentemperatur stärker abfällt. An diesen Stellen droht Feuchtigkeitsbildung und damit Schimmel. Wärmebrücken können vermieden werden, wenn die oberste Geschossdecke auf der kalten Seite, also der Dachbodenseite gedämmt wird.  

Die individuellen baulichen Gegebenheiten wie Art und Aufbau der Deckenkonstruktion, Zugangsmöglichkeiten zum Dachbereich oder die geplante Nutzung bestimmen, welche Konstruktion gewählt und welches Material eingesetzt wird. Aus energetischen Gesichtspunkten reicht eine nicht begehbare Dämmung aus. Die Dämmung der obersten Geschossdecke kann – sofern der Dämmstoff ausreichend druckfest ist - mit Holz-, OSB- oder Gipsfaserplatten begehbar gemacht werden. Vorkonfektionierte begehbare Verbundplatten sind ebenfalls erhältlich.

Wärmedämmung FlachdachDetails

Flachdächer können massiv aus Stahlbeton, als Holzkonstruktion oder als Leichtkonstruktion mit Trapezprofilen – dies hauptsächlich im Gewerbebau – ausgeführt sein. Die Art der Konstruktion bestimmt weitgehend die Möglichkeiten der Dämmung.

Darüber hinaus wird bei Flachdächern in Warmdach und Kaltdach unterschieden. Beide Typen unterscheiden sich im Aufbau. Die Dämmwirkung bei einem Warmdach ist bei gleicher Dämmstoffdicke ähnlich der des Kaltdachs. Im Sommer heizen sich die darunterliegenden Räume aber zügiger auf als bei einem Kaltdach.

Bei der Wärmedämmung eines Flachdachs ist es immer ratsam, einen Fachmann hinzuzuziehen, der die spezifischen Gegebenheiten beurteilen und entsprechende Maßnahmen empfehlen kann.

Warmdach

Dieser Dachtyp ist unter den Flachdachkonstruktionen am ehesten zu finden. Das Warmdach ist ein einschaliges, nicht belüftetes Flachdach, das heißt alle Schichten beim Aufbau eines Warmdaches liegen ohne einen Zwischenraum zur Belüftung aufeinander. Vor allem bei Neubauten schützt eine Dampfsperre zur Raumseite hin die Wärmedämmung vor sich niederschlagender Feuchtigkeit. Oberhalb der Dämmung befindet sich die direkt aufgebrachte Abdichtung.
Aufbau der Warm-Flachdachkonstruktion:

  • Abdichtung
  • Ggfls. Trennlage
  • Wärmedämmung
  • Dampfsperre
  • Dachtragkonstruktion, z. B. aus Stahlbeton

Eine spezielle Form des Warmdaches ist das Umkehrdach. Hierbei liegt die Wärmedämmung über der Abdichtung.

Kaltdach

Das Kaltdach ist eine zweischalige, belüftete Dachkonstruktion. Während die obere Schale mit der Abdichtung vor Wettereinflüssen schützt, sorgt die untere für die Wärmedämmung. Zwischen Abdichtung und Dämmung befindet sich - ähnlich wie beim Steildach - eine nach außen angeschlossene Hinterlüftung, die Tauwasser beseitigt, sofern ausreichend dimensionierte Zu- und Abluftöffnungen vorhanden sind.

Aufbau der Kalt- Flachdachkonstruktion:

  • Abdichtung
  • Unterlage (z.B. Holzschalung)
  • Hinterlüftungsebene
  • Wärmedämmung
  • Dampfsperre
  • Dachtragkonstruktion, z. B. aus Stahlbeton

Grüne Dämmung

Eine alternative Form der Wärmedämmung ist die Bepflanzung des Flachdaches. Eine Dämmung mit einer bewachsenen Substrat- oder Erdschicht auf dem Flachdach ist in jedem Fall vom Experten umzusetzen, insbesondere damit es trotz zusätzlicher, wurzelfester Abdichtungsbahnen nicht zu Feuchteschäden kommt. Aber das Gründach ersetzt nicht die Dämmung des Daches. Diese wird trotzdem unterhalb des Substrates eingebaut. Die Dicke der Dämmung ändert sich beim Gründach nicht.
Außerdem ist die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion zu berücksichtigen – das zusätzliche Gewicht durch Dachbegrünung liegt schnell bei bis zu 100 kg pro Quadratmeter Dachfläche.

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