Schimmel

Schimmel – mehr als ein optisches Ärgernis

Schimmelbildung im Haus ist immer ein Problem. Nicht nur, weil niemand gerne mit muffigem Geruch und Verfärbungen an den Wänden leben möchte. Vor allen Dingen gefährdet Schimmel die Gesundheit der Bewohner, denn die Sporen der Schimmelpilze zählen zu den häufigsten Innenraumallergenen.

Da Schimmel vergleichsweise häufig in Wohngebäuden auftritt, informiert dieses Kapitel über die Entstehungsbedingungen, aber vor allem auch über die Vermeidung und die Bekämpfung von Schimmelpilzen.

Was ist Schimmel?Details

Schimmel erkennt man an weißen, grünen, blauen, roten oder schwarzen Flecken auf Lebensmitteln, Gegenständen oder Wänden, die manchmal eine weiche, watteartige Oberfläche haben, manchmal aber auch staubig-pudrig oder krustig anmuten. Doch was verbirgt sich dahinter, wie entsteht Schimmel und was sind die Folgen?

Schimmelpilze wachsen, wenn die Bedingungen gut sind, rasend schnell. Dabei bilden sie ein Gespinst von Pilzfäden, das die Oberfläche des Untergrundes (Substrat) überzieht. Nach kurzer Zeit entstehen an den Pilzfäden mikroskopisch kleine Sporen. Diese verbreiten sich in der Luft und können, wenn sie vom Menschen eingeatmet werden, zu erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen führen.

Die häufigste Erkrankung, die durch Schimmel hervorgerufen wird, ist Asthma. Auch chronische Entzündungen der Nebenhöhlen sowie eine Beeinträchtigung des Nerven- und Immunsystems und Magen-Darm Beschwerden können durch Schimmelsporen ausgelöst werden.

Gründe der SchimmelbildungDetails

Am häufigsten bildet sich Schimmel in der Nähe von Lebensmitteln, beispielsweise in der Obstschale oder im Kühlschrank.  Aber auch im Badezimmer sind  schwarze Flecken auf den Silikonfugen Spuren von Schimmelpilzen.

Um wachsen zu können, benötigen Schimmelpilze vor allem Feuchtigkeit. Dabei reicht den meisten Pilzen bereits eine erhöhte relative Luftfeuchtigkeit von etwa 73 bis 80 Prozent, um sich entwickeln zu können. Die mikroskopisch kleinen Sporen kommen mit der Außenluft ins Haus und setzen sich auf Wänden, Möbeln und Böden ab. Ist die Feuchtigkeit ausreichend, können die Sporen keimen. Ist genügend Nahrung vorhanden, wachsen die Pilzfäden weiter und beginnen bald, neue Sporen zu bilden. Als Nahrung können Schimmelpilze nahezu alles nutzen: Lebensmittel, aber auch Holz, Tapeten, Gipskartonplatten, Teppiche und Polstermöbel, Silikon oder Farben und Lacke. Sogar Staub reicht als erste Nahrungsgrundlage zum Wachsen aus. Sind Sporen gebildet, verbreiten sie sich wieder über die Luft, bis sie auf einer neuen Nahrungsquelle landen – der Zyklus beginnt von neuem.

Da die Nahrungsquellen für den Schimmel zu vielfältig sind, um sie aus dem Haus zu verbannen, muss die Feuchtigkeit als Lebensgrundlage reduziert werden. Feuchtigkeit entsteht überall dort, wo Menschen leben: beim Kochen, Waschen, Putzen und Duschen. Eine Familie produziert so mehrere Liter Wasser pro Tag!

Zudem gibt es weitere Gründe für die Entstehung von Feuchtigkeit im Haus. Zum einen kommen Wasserschäden vor: Wassereinbrüche durch Stark- oder Schlagregen, verstopfte oder kaputte Wasserrinnen und Fallrohre, verrutschte Dachziegel, kaputte Wasserleitungen, ausgelaufene Waschmaschinen oder ähnliches. Kleinere oder große Mengen Wasser treten - zumeist erst unbemerkt - ein, laufen eventuell in Zwischendecken und Zwischenräume und durchfeuchten so die Bausubstanz.

Eine weitere Feuchtequelle können Wärmebrücken sein. Das sind baulich bedingte Schwachstellen der Gebäudehülle, durch die mehr Wärme nach außen dringt als über den Rest der Hausfassade. Wärmebrücken entstehen häufig dort, wo verschiedene Materialien zusammentreffen: an Übergängen zwischen Wänden und Fenstern, an Rollladenkästen oder an Stahlträgern in Holzkonstruktionen. Sie können zu schweren Bauschäden führen. Es besteht umgehend Handlungsbedarf!

Intensiver, modriger Geruch ist ein klares Anzeichen für Schimmelbefall. Bei Schimmelflecken ab einem halben Quadratmeter Größe muss unbedingt ein Fachmann hinzugezogen werden. Denn nur eine grundlegende und fachgerechte Beseitigung der betroffenen Stellen und ihrer Ursache schafft Abhilfe.

Feuchtigkeit im Wohnbereich kann entstehen:

  • wenn durch falsches Lüftungsverhalten, insbesondere bei dichter Bauweise eine zu hohe Luftfeuchtigkeit entsteht
  • durch Rohrbruch, Bauschäden oder undichte Dächer
  • durch aufsteigende Feuchtigkeit (zumeist in Kellern und im Erdgeschoß)
  • durch bauliche Mängel
  • durch falsch angeordnete Heizkörper
  • wenn in einem Neubau beim Einzug noch Restfeuchte vorhanden ist
Welche Möglichkeiten zur Vorbeugung gibt es?Details

Die alltäglich im Haushalt entstehende Feuchtigkeit lässt sich durch richtiges Lüften und Heizen beseitigen, bzw. gering halten. Zwei bis drei Mal am Tag sollten für fünf bis zehn Minuten die Fenster weit geöffnet und vorher die Heizungsventile geschlossen werden. So wird die feuchte Luft schnell ausgetauscht. Der Energieverbrauch wird gering gehalten.

Durch Kipplüften erneuert sich die Luft hingegen nur sehr langsam. Als Folge steigen der Energieverbrauch und die Heizkosten. Müssen mehrere Räume im Haus gleichzeitig gelüftet werden, ist es ratsam einen „Durchzug“ zu erzeugen, indem die Türen der Räume ebenfalls offen stehen.

Lüftungsanlagen sind eine zuverlässige und komfortable Alternative zum Lüften von Hand. Je nach Ausführung kann die Luft sogar gefiltert und der Wärmeverlust durch einen Wärmetauscher kompensiert werden.

Auch unbenutzte Zimmer sollten nie komplett auskühlen. Ihre Zimmertemperatur sollte bestenfalls nicht unter 15°C liegen. Die Türen dieser Räume sind geschlossen zu halten, um Heizkosten zu minimieren. Auch Fenster und Türen nicht beheizter Kellerräume bleiben am besten zu.

Die Dämmung der Außenwände kann die Gefahr einer Schimmelpilzbildung in erheblichem Maße reduzieren. Denn kalte Wände, auch in beheizten Räumen, stellen ein Risiko dar.

Der mit einer Wärmedämmung verbundene luftdichte Abschluss trägt – entgegen einer häufig vertretenen Ansicht  - nicht zur Schimmelbildung bei. Werden in einem Altbau die Fenster saniert, bevor die aufwendigere Fassadendämmung vorgenommen wird, entfällt dadurch die vorher vorhandene kontinuierliche "Zwangslüftung" und die Luftfeuchtigkeit in den Räumen kann stark ansteigen. In diesem Fall müssen die Hausbewohner ihr Lüftungsverhalten an die neue Situation anpassen, sonst kann sich an den schlecht gedämmten Außenwänden schnell Feuchtigkeit und damit Schimmel bilden.

Damit es bei der Modernisierung einzelner Komponenten nicht zu Feuchtigkeitsproblemen im ganzen Haus kommt, sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

Tipps zur Vermeidung von Feuchtigkeit und Schimmelbildung:

  • richtiges Lüften: mehrmals am Tag 5-10 Minuten Stoßlüften
  • Möbel mit einem Abstand von 5 bis 10 Zentimetern von der Wand entfernt aufstellen, auch Bilder mit einem kleinen Abstand aufhängen
  • Gute Fenster- und Wanddämmung, Sanierungsmaßnahmen aufeinander abstimmen, Lüftungsverhalten anpassen.
  • Töpfe von Zimmerpflanzen auf Schimmelbefall kontrollieren
  • Kühlschrank regelmäßig und gründlich reinigen
  • eine geeignete Wandoberfläche mit Anstrichen aus mineralischen Kalk- und Silikatfarben wählen
  • Kontrollierte Be- Und Entlüftungsanlagen, die die Raumfeuchtigkeit regulieren. (Hierbei ist eine regelmäßige Hygienekontrolle der Belüftungssysteme und Desinfektion erforderlich)
  • Hygrometer zur Luftfeuchtigkeitskontrolle  verwenden
Was tun, wenn schon Schimmelpilz entstanden ist?Details

Wenn es bereits zur Schimmelbildung gekommen ist, muss unverzüglich etwas unternommen werden. Ist der Schimmelbefall größer als ein halber Quadratmeter oder zeigt ein Bewohner allergische Reaktionen, hilft nur der Gang zum Experten.

Handelt es sich um kleinere Vorkommen von Schimmel, können diese selbst beseitigt werden. Dabei sollte immer Schutzkleidung getragen werden (Handschuhe, Einwegkleidung, Mundschutz, Schutzbrille).

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