Die EnEV 2014

Die Energieeinsparverordnung 2014 regelt die Maßnahmen zur Energieeffizienzverbesserung von bestehenden Gebäuden und die Anforderungen bei Anlagen der Heiz-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie der Warmwasserversorgung.

Modernisierungsmaßnahmen sind gemäß Verordnung dann vorgeschrieben, wenn

  • es sich um ein Gebäude handelt, das vom Eigentümer nicht selbst bewohnt, aber vermietet wird,
  • das Gebäude nach dem 1. Februar 2002 erworben wurde,
  • eine Zentralheizung vorhanden ist,
  • Nachrüstpflicht für Heizkessel: Austauschpflicht für Heizungen, die vor dem 1.10.1978 installiert wurden sowie bis Ende des Jahres 1984 aufgestellt wurden, dürfen ab 2015 nicht mehr betrieben werden.
  • Für alle später aufgestellten Heizkessel gilt eine maximale Betriebsdauer von 30 Jahren. Ausgenomen von dieser Regelung sind auch weiterhin Niedrigtemperatur-Heizkessel, Brennwert-Heizkessel, Heizungsanlagen mit einer Nennleistung von unter vier Kilowatt oder über 400 Kilowatt, Heizkessel für marktunübliche flüssige oder gasförmige Brennstoffe, Küchenherde, Anlagen, mit denen nur das warme Wasser bereitet wird, sowie Geräte, die hauptsächlich darauf ausgelegt sind, den Raum, in dem sie aufgestellt sind, zu beheizen, die aber auch Warmwasser für die Zentralheizung und andere Zwecke liefern.
  • die Heizkörper im Haus ohne selbsttätig wirkende Regler zur raumweisen Regulierung der Temperatur ausgestattet sind,
  • ungedämmte Heiz- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen vorhanden sind,
  • die obersten Geschossdecken ungedämmt sind,
  • Decken beheizter Räume, die an unbeheizten Dachraum anschließen, müssen bis Ende 2015 auf einen maximalen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 0,24 Watt/(m²K) gedämmt werden, wenn sie den Mindestwärmeschutz nach Baunorm nicht erfüllen. Alternativ kann der Eigentümer auch das darüber liegende Dach dämmen.
  • Außenbauteile modernisiert werden sollen, in einem Ausmaß, das mehr als 10 Prozent der Gesamtfläche der jeweiligen Bauteilart ausmacht,
  • Wer Außenbauteile wie Fassade, Dach oder Fenster sanieren will, muss nur für die Teile, die tatsächlich erneuert werden, die EnEV-Anforderungen einhalten. Er muss nicht die gesamte Fassade, das Dach bzw. alle Fenster erneuern.
  • Erweiterung und Anbau mit oder ohne neue Heizung: Wenn ein Bauherr bei Anbauten seines Hauses keine neue Heizung installiert, müssen die betroffenen Außenbauteile die EnEV-Anforderungen für die Bauteil-Sanierung im Bestand erfüllen, wie die EnEV 2014 sie regelt. Übersteigt der Anbau 50 Quadratmeter Nutzfläche, muss der Planer auch den sommerlichen Wärmeschutz nachweisen. Installiert der Bauherr aber eine neue Heizung anlässlich eines An- oder Ausbaus seines Hauses, muss der neue Gebäudeteil die Neubau-Anforderungen der EnEV-Novelle erfüllen.
  • dämmende Elemente, wie zum Beispiel zusätzliche Fassadenverkleidungen, demontiert werden.


Für Verkäufer und Vermieter von Immobilien

  • Verkäufer und Vermieter von Immobilien sind gemäß EnEV 2014 verpflichtet, den Energieausweis an Käufer bzw. Mieter zu übergeben. Der Energieausweis muss bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden.
  • Energetische Kennwerte müssen künftig im Falle des Verkaufs oder der Vermietung in Immobilienanzeigen angegeben werden. Liegt ein Energieausweis mit Energieeffizienzklasse vor, muss die entsprechende Einstufung auch veröffentlicht werden.


Bußgelder bei Ordnungswidrigkeiten

  • Zusätzlich wurden in der EnEV 2014 die Bußgelder für Ordnungswidrigkeiten erhöht, die gegen das geltende Energieeinsparungsgesetz (EnEG) verstoßen: Bis zu 50.000 Euro können folgende Tatbestände nach sich ziehen: alte Heizkessel trotz Betriebsverbot nutzen, ungedämmte Leitungen nicht wie gefordert isolieren, oberste zugängliche Geschossdecke, die nicht der Baunorm entspricht, nicht pflichtgemäß dämmen. Bis zu 15.000 Euro Bußgeld drohen, wenn ein Verpflichteter vorsätzlich oder leichtfertig: den Energieausweis bei Verkauf oder Neuvermietung nicht wie gefordert übergibt oder vorlegt, oder wenn er die Pflichtangaben in kommerziellen Anzeigen nicht veröffentlicht. Bis zu 5.000 Euro Strafe können anfallen, wenn ein Sachverständiger die zugeteilte Registriernummer nicht einträgt oder die Unterlagen und Daten für die Stichprobenkotrolle nicht wie gefordert übermittelt.
  • Energieausweise und für Inspektionsberichte von Klimaanlagen werden Stichprobenartig kontrolliert.


Denkmalschutz

Wenn Ihr Haus ganz oder teilweise unter Denkmalschutz steht, können Sie sich bei den zuständigen Behörden von den Vorschriften der Energieeinsparverordnung befreien lassen. Detaillierte Informationen zum Thema energetische Sanierung und Denkmalschutz erhalten Sie bei der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Osnabrück. Tel.: 0541/501-4056, Opens external link in new windowhttps://www.landkreis-osnabrueck.de/bauen-umwelt/planen-bauen/denkmalschutz-neu. Bei der Dämmung der Gebäudehülle greifen die Pflichten zur energetischen Modernisierung entsprechend der EnEV 2014 nur dann, wenn Sie die Gebäudehülle (Außenwände, Fenster, Dach) ohnehin modernisieren wollen.

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Moderniserungsplaner