Sanierung Zweifamilienhaus
Osnabrück/Hellern zu KfW 85

Zurück zur Übersicht
Zweifamilienhaus in Osnabrück Nachher Zweifamilienhaus in Osnabrück Vorher

Haustyp:  Zweifamilienhaus Baujahr:  1960 Sanierungsjahr:  2015 Kosten:  siehe unten

Objekt

Das Wohnhaus der Familie D. liegt in einer ruhigen Wohnsiedlung im Stadtteil Hellern (Osnabrück). Insgesamt stehen ca. 150 m² Wohnfläche verteilt auf zwei Wohneinheiten zur Verfügung. Beide Wohnungen sind vermietet und werden von jeweils zwei Personen bewohnt.

Ausgangslage

Das Gebäude wurde im Jahr 1960 erbaut und wurde seither nur in einem sehr geringen Umfang saniert: Lediglich die Fenster im Obergeschoss wurden 1991 vom Vorbesitzer ausgetauscht. Die Fenster im Erdgeschoss sind im Originalzustand erhalten und in Einfachverglasung ausgeführt. Im Jahr 2010 wurde der alte Heizkessel gegen einen Gasbrennwertkessel ausgetauscht. Weitere Sanierungsmaßnahmen wurden nicht durchgeführt.

Maßnahmen

Fassade 18 cm Wärmedämmverbundsystem
Dach Neue Dachdeckung mit 12 cm PUR-Aufsparrendämmung
Türen, Fenster Neue Fenster mit 3-fach-Verglasung, bei 4 Fenstern wurden nur die Scheiben ausgetauscht, neue Haustür, neue gedämmte Rollladenkästen + Rollläden
Kellerdecke Dämmung der Kellerdecke von unten mit 4 cm PUR
Solarthermie Solarthermieanlage mit 18 m² Kollektorfläche zur Heizungsunterstützung und Brauchwassererwärmung, Pufferspeicher mit 800 Liter Fassungsvermögen
Lüftung Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Luftdichtigkeit Abschließender Blower-Door-Test zum Nachweis der Luftdichtheit
Balkon Alter auskragender Balkon abgesägt und durch neuen Balkon mit thermischer Trennung ersetzt

Für die Sanierungsmaßnahmen musste zunächst ein umfassendes Konzept entwickelt werden. Im ersten Schritt wurde daher eine durch das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) geförderte Energieberatung durchgeführt. Hier wurde der Ist-Zustand erfasst und auf Grundlage dessen die möglichen Maßnahmen zur Verbesserung des Energieverbrauchs erstellt. „Die Energieberatung war sehr hilfreich, um überhaupt ein Ziel für die Sanierungsmaßnahmen zu definieren und die Erreichung des Ziels im weiteren Verlauf der Maßnahmen sicherzustellen“, erinnern sich die Bauherren. Durch die energetische Sanierung wurde der KfW-Effizienzhausstandard 85 erreicht.

Motivation

Der Anstoß für die energetische Sanierung kam durch die Eigentümer selbst: Durch das eigene Engagement und Bewusstsein für den Umweltschutz war schnell klar, dass bei der Sanierung nicht nur die notwendigen technischen Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden sollen. Vielmehr sollten auch die energetischen Einsparmöglichkeiten Berücksichtigung finden. Auch dem Anspruch der Mieter an moderne und energieeffiziente Wohnungen sollte Rechnung getragen werden. Im Zusammenhang der Maßnahmen wurden daher auch die Bäder komplett saniert und auf den heutigen Komfortstandard gebracht. Des Weiteren wurde die Elektroinstallation in Teilen erneuert.

Kosten

Fassade Wärmedämmverbundsystem: ca. 110,- EUR* pro qm Wandfläche (ohne Gerüst)
Dach Ca. 195,- EUR* pro qm Dachfläche (ohne Gerüst)
Fenster Ca. 460,- EUR* pro qm Fensterfläche inkl. neuer Rollläden
Kellerdecke Dämmung der Kellerdecke: ca. 50,- EUR* pro qm Deckenfläche

Die nachfolgend aufgelisteten Kosten zeigen einen Auszug der wichtigsten Maßnahmen:

* Kosten inklusive Einbau und Mehrwertsteuer

Für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen wurden folgende Förderprogramme genutzt:

KfW Energieeffizient Sanieren, Kredit 151
KfW Baubegleitung, Zuschuss 431
BAFA Heizen mit erneuerbaren Energieen, Zuschuss für Solarthermieanlagen

Bewertung

„Insgesamt sind wir mit der Sanierung sehr zufrieden“, berichten die Bauherren. Sowohl die Energieberatung als auch die Beauftragung der Bauleitung als Architektenleistung sorgte dafür, dass die Maßnahmen fachlich einwandfrei geplant und umgesetzt wurden. Auch die Terminschiene konnte so ohne Verzögerungen eingehalten werden, obwohl das Haus während der gesamten Zeit bewohnt wurde und so die Koordination der Arbeiten deutlich aufwändiger wurde.

Eine abschließende Bewertung der umgesetzten Maßnahmen kann erst nach den ersten Heizperioden vorgenommen werden. Dann kann der rechnerisch ermittelte Energiebedarf den tatsächlichen Verbräuchen gegenübergestellt werden. „Unabhängig von dem erwarteten Ergebnis war die Entscheidung für die Sanierung aber eine sinnvolle Investition in den Werterhalt unseres Hauses“, betonen die Bauherren.

Drucken Drucken
 



Moderniserungsplaner