Sanierung Wohnhaus in Hellern
mit ökologischen Materialien

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Haustyp:  2-Familienhaus – KfW-Effizienzhaus 115 Baujahr:  1955 Sanierungsjahr:  2015 / 2016 Kosten:  siehe unten

Objekt

Das Wohnhaus des Herrn S. liegt  im Stadtteil Osnabrück-Hellern. Es handelt sich um ein Haus aus den 50er Jahren. Es ist eins der wenigen Objekte aus der Zeit, bei dem noch ein großer Garten vorhanden ist.   Es gibt zwei Wohneinheiten, die aber momentan beide von einer Person bewohnt werden.

Ausgangslage

Die vorhandene Ölheizung aus dem Jahr 2002 war noch keine Brennwertheizung. Es wurden früher schon einmal ein paar Fenster erneuert und ein Bereich im Dachboden gedämmt, das Meiste war zum Zeitpunkt des Hauskaufes im Jahr 2015 jedoch noch nicht saniert.

Herr S. ließ sich von der Verbraucherzentrale beraten und sprach dann mit verschiedenen Baubiologen und ausführenden Firmen über das Thema ökologische Dämmmaterialien, da es ihm wichtig war, das Haus auch nachhaltig zu modernisieren. Eine Zimmerei aus der Region, die überwiegend mit ökologischen Materialien arbeitet, hat das Gebäude dann als Komplettpaket saniert.

Sanierungsmaßnahmen

Da im Inneren sehr viel erneuert und geändert wurde, wie z.B. neue Wasser- und Elektroleitungen, aber auch der Änderung der Raumaufteilung, war bald klar, dass es auf eine Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus 115 hinausläuft. So wurde das Dach incl. Dämmung und Dachdeckung erneuert, die Wände gedämmt, die Fenster ausgetauscht sowie die Kellerdecke mit einer Dämmschicht versehen. Herr S. blieb beim Brennstoff Öl, es wurde jedoch eine neue Brennwertheizung eingebaut. Darüber hinaus entschied er sich für eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Fensteröffnungen wurden zum Teil vergrößert, wodurch es im Inneren viel heller wurde.

Das Besondere an dieser Sanierung sind die überwiegend ökologischen Materialien, wie z.B. ein Wärmedämmverbundsystem aus Holzfaserdämmstoff. Die folgenden Maßnahmen wurden durchgeführt:

Fassade 16 cm Holzfaser-Wärmedämmverbundsystem (8 cm Hohlraumdämmung waren schon vorhanden)
Fenster Fenster mit 3-fach-Verglasung
Kellerdecke 6 cm Polyurethan-Dämmung unter der Kellerdecke
Dach

16 cm Zwischensparrendämmung + 6 cm Aufsparrendämmung (alles Holzfaserdämmung)

Heizung Öl-Brennwertheizung
Lüftungsanlage Kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Motivation

Das Haus war früher schon im Familieneigentum, d.h. der Großvater von Herrn S. hat hier gewohnt, weshalb Herr S. das Gebäude und auch den Garten gut kennt. Der große Garten war auch die ausschlaggebende Motivation, dieses Haus zu übernehmen und energetisch zu sanieren. Herr S. möchte den großen Garten zum Teil als Nutzgarten sowie für seine Hühner und Bienen nutzen.

"Der Einsatz von nachhaltigen und ökologischen Dämmstoffen war mir sehr wichtig. Da die finanziellen Mittel begrenzt waren, gab es z.B. bei der Heizung einen Kompromiss: Ich habe mich für eine Ölheizung entschieden. Da diese aber auf dem neuesten Stand der Technik ist, und das Gebäude nach der Sanierung nur sehr wenig Heizenergie benötigt, kann man gut damit leben."

Kosten, Fördermittel

Die nachfolgend aufgelisteten Kosten sind grob gerundete Werte:

Fassade ca. 165,- EUR* / m² Wandfläche (WDVS Holzfaser)
Fenster ca. 620,- EUR* / m² Fensterfläche incl. neue Rollläden
Kellerdecke ca. 50,- EUR* / m² Deckenfläche
Dach ca. 165,- EUR* / m² Dachfläche
Heizungca. 24.000,- EUR* Ölbrennwertheizung, neue Heizkörper u. Zubehör
Lüftungsanlageca. 15.000,- EUR* Zentrale Wohnraumlüftung mit WRG

* Kosten inklusive Einbau und Mehrwertsteuer Für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen wurden folgende Förderprogramme genutzt:

VZ Zuschuss Gebäudecheck
KfW Energieeffizient Sanieren – Effizienzhaus, Kredit 151
KfWEnergieeffizient Sanieren – Baubegleitung, Zuschuss 431

Bewertung

Bei den meisten Dämmmaterialien hat sich der Bauherr trotz der höheren Kosten für Holzfaserdämmung entschieden. An anderen Stellen, wie z.B. den Rohbauarbeiten, sind die Kosten am Ende höher gewesen, als veranschlagt. Das lag zum Teil daran, dass  in den Außenwänden bereits eine Hohlraumdämmung vorhanden war. Diese musste in der Wand fixiert werden, so dass das Material beim Fensteraustausch nicht herausrieselte.

Der Bauherr ist mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden und fühlt sich wohl in seinem neuen Zuhause. Es gab dennoch einige Verzögerungen der Handwerker aufgrund der hohen Auslastung aller Beteiligten. Aus dem Grund war der zuständige Bauleiter der Zimmerei auch nicht so oft vor Ort, wie man sich das gewünscht hätte. Trotz Allem würde Herr S. das Ganze wahrscheinlich wieder so machen.

"Ich würde mich beim nächsten Mal selber besser vorbereiten, um bei den Abläufen auf der Baustelle einen besseren Überblick über die Zusammenhänge der einzelnen Gewerke zu haben."

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Moderniserungsplaner