Anbau und Sanierung Einfamilienhaus
in Bohmte zu KfW 70

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Haustyp:  Einfamilienhaus Baujahr:  19. Jahrhundert Sanierungsjahr:  2012 Kosten:  50.000 bis 60.000 Euro

Das Haus von Familie K. aus Bohmte hat bereits eine lange Geschichte hinter sich. Ausgangspunkt der Baugeschichte ist ein ca. 140 m² großes Einfamilienhaus mit Baujahr aus dem 19. Jahrhundert. Ein „lebender“ Beweis dafür, dass ein Haus bei angemessener Pflege eigentlich kein Höchstalter kennt.

Als die Eltern des Bauherrn das Gebäude 1982 bezogen, war bereits einiges an der Gebäudehülle saniert worden. Die alten Fenster wurden gegen die damals üblichen Fenster mit Thermopane-Verglasung ausgetauscht, die Gebäudehülle mit einer 6 cm starken Isolierung gedämmt und das Dach bis zur Wohnraumhöhe mit einer Zwischensparrendämmung versehen. Außerdem baute man Elektronachtspeicheröfen ein. So erfüllte das Haus für gut 30 Jahre seinen Zweck.

Zu Beginn des Jahres 2012 entschloss sich der Bauherr gemeinsam mit seiner Partnerin das Elternhaus den neuen Gegebenheiten anzupassen. Drei wesentliche Schritte beinhaltete der gemeinsam geplante Umbau:

1. Zunächst wurde das Satteldach des bisher 1,5-geschossigen Elternhauses gegen ein Pultdach ausgetauscht. So wurde der Wohnraum reduziert, weil ein Teil der Fläche inzwischen überflüssig geworden war.

2. Es entstand an der Südseite des Gebäudes ein Anbau von rund 100 m² Grundfläche, der sich mit dem Altbau zum Teil überschneidet. Der Anbau dient nun dem Bauherrn und seiner Partnerin als Wohnung, während die Eltern weiter im nun grundsanierten Altbau leben.

3. Der ineinander geschachtelte Aufbau des so entstandenen Gebäudes hat unter anderem den Vorteil, dass eine vergleichsweise geringe Außenfläche (gemessen an der Anzahl der Bewohner) energetisch natürlich günstiger ist, als die von zwei Einzelhäusern.

Damit stellt sich das Bauwerk jetzt als Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung und insgesamt ca. 260 m² Wohnfläche dar.
In Kombination mit dem Anbau erfolgte eine umfassende Sanierung des Altbaus. Die Wände wurden mit einer 16 cm starken Kerndämmung aus Polystyrol versehen, das Pultdach bekam eine 240er Zwischensparrendämmung aus Mineralfaser. Der Abriss des alten Daches wurde in Eigenleistung durchgeführt. Außerdem investierte man in einen vollständigen Fensteraustausch, der jetzt rundum moderne, 3-fach verglaste Fenster bescherte. Gleichzeitig wurde im gesamten Gebäude eine Fußbodenheizung eingebaut. Letzteres bot die Chance, auch in Sachen Wärmeversorgung auf eine umweltfreundliche Alternative zu Gas oder Öl umzusteigen: Eine Wärmepumpe, untergebracht unter dem Altbau-Pultdach, nutzt seit dem Umbau die Energie aus etwa 1000m² Flachkollektoren, die auf dem Grundstück in etwa 130 cm Tiefe verlegt wurden. Die so erzeugte Erdwärme wird bei Bedarf im Altbau durch einen Kachelofen unterstützt, der gleichzeitig mehrere Räume beheizt und schon vor dem Umbau treu seine Arbeit verrichtete. Die auf den Altbau bezogenen Sanierungskosten beliefen sich auf ca. 50.000 bis 60.000 Euro, wären allerdings deutlich höher ausgefallen, wenn nicht viele Arbeiten in Eigenleistung eingebracht worden wären. Für einen solchen Umbau zog man natürlich im Vorfeld einen Architekten zu Rate, der dafür sorgte, dass sich die Ideen des Bauherrn in umsetzbare Baupläne verwandelten. Außerdem half ein Energieberater bei der Auswahl eines geeigneten Heizungssystems, bei der Bemessung der Dämmung und bei der Beantragung der Zuschüsse bei der KfW-Bank – in diesem Fall für das Erreichen eines KfW 70-Standards. Die Beratung empfand der Bauherr besonders deshalb als hilfreich, weil es bei der Komplexität des Gebäudes für einen Laien schlicht nicht möglich ist, z.B. den Heizbedarf und damit die notwendige Technik richtig einzuschätzen. Ein Blower-Door-Test zeigte nach Abschluss der Arbeiten, dass an allen Gewerken sauber gearbeitet wurde und das Gebäude frei von Undichtigkeiten ist. Gelüftet wird bei Bedarf über die Fenster, nur im Bad setzte man zur Sicherheit gegen Feuchtigkeit einen Außenlüfter ein. Die Zukunftspläne des Bauherrn sehen noch eine Kellerdeckendämmung vor, außerdem stehen noch Solarmodule auf dem Wunschzettel, die die Wärmepumpe mit Strom versorgen könnten. Als Tipp rät der Bauherr nach den gemachten Erfahrungen dazu, neben einem qualifizierten Energieberater vor allem Handwerker aus der Region zu beauftragen. So sind Arbeitsabläufe besser zu koordinieren und man kann bei Problemen schneller reagieren.

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